
Kräuterbestimmen
11:00 Uhr
„Was der Herrgott wachsen lässt, soll der Pfadfinder kennen.“
Die Erzählung
Jetzt geht es zum ersten Mal in den Wald hinein — und im Wald zählt nicht das Auge, sondern die Zunge. Ein Outdoorio erkennt, was er zu sich nimmt: was heilt, was wärmt und was einen umhaut. Weil aber niemand freiwillig sechs Kräuter roh kaut, kommen sie in der einzigen Form auf das Brett, in der der Mensch sie seit jeher erträgt: gebrannt. Wer die Reihenfolge der Kräuter findet, hat den Wald geschmeckt — und darf danach hoffentlich noch geradeaus zurückfinden.
Die Prüfung
Tief im Wald wartet ein Brett mit sechs farbigen Gläsern, in jedem ein anderer Kräuterschnaps. Der Spielleiter hat vorher notiert, in welcher Reihenfolge sie stehen müssten — der Prüfling muss sie genau so anordnen. Riechen und nippen ist erlaubt, austrinken nicht: Die sechs Gläser bleiben das Spielmaterial. Er darf jederzeit abnehmen lassen; der Spielleiter sagt dann nur, WIE VIELE Gläser an der richtigen Stelle stehen — niemals welche. Wer nicht weiterkommt, fordert das siebte Glas an: Der Prüfling nennt eine Position, und ins siebte Glas kommt ein Schluck des Schnapses, der an dieser Position richtig wäre — zum Abgleichen und Nachschmecken. Bevor das nächste Vergleichsglas eingeschenkt wird, muss das siebte leer sein; wer das nicht allein schafft, darf sich helfen lassen. Bestanden ist, wenn alle sechs stehen — und die Losung erst dann.